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Als Betreiberin dieses Internet-Shops kann und darf ich Ihnen keine medizinischen Ratschläge geben. Ich nehme mir jedoch die Freiheit, hier meine Meinung und meine Gedanken zu äußern, und ich finde, dass es höchste Zeit wird, zu den weit verbreiteten Richtlinien, die das Risiko des plötzlichen Kindstods verringern sollen, etwas hinzuzufügen, damit die Eltern ein ganz besonderes Augenmerk auf die Matratze legen. Ich denke, man sollte zusätzlich zu den bereits existierenden Ratschlägen (keine Bauchlage, nicht zu warm betten, nicht rauchen, stillen, usw.) folgende Ratschläge erteilen:

  1. Achten Sie bei der Wahl der Matratze darauf, dass diese keine Antimon-, Arsen- oder Phosphor-Verbindungen enthält. Es gibt auch Alternativen als Flammenschutzmittel, beispielsweise mit Bor- anstelle von Antimon-Verbindungen. Fragen Sie beim Matratzen-Hersteller gezielt nach solchen Matratzen, fragen Sie ob der Gehalt von Phosphor, Antimon und Arsen in den Matratzen jeweils garantiert unter der Nachweisgrenze von 10mg/kg liegt und geben Sie sich nicht mit lapidaren Aussagen zufrieden. Die Matratzen-Hersteller finden Sie im Internet, und auf den Webseiten der Matratzenhersteller finden Sie auch Kontaktadressen. In England, wo die Problematik der giftigen Gase aus Matratzen schon seit Anfang der 90er Jahren bekannt ist, ist es besonders leicht, solche Matratzen zu finden, auch per Internet-Shopping. Beachten Sie aber immer zusätzlich die Hinweise, wie das Bett zu machen ist (siehe unten). Zur Matratzenliste.
  2. Eine Matratzenhülle aus Neuseeland hilft, wenn Sie sich keine neue Matratze leisten können oder wollen. Die Statistik zeigt, dass der neuseeländische Hersteller nicht zu viel verspricht, wenn er damit wirbt, dass diese Hüllen einen sicheren Schutz vor dem plötzlichen Kindstod bieten. Nachteil: die Hüllen knistern etwas bei Benutzung, und die Matratzen sind nicht mehr luftdurchlässig.
    Warnung: Die Luftdurchlässigkeit von Matratzen ist in Deutschland bei Matratzen-Tests ein wichtiges Kriterium, das auch bei der CO2-Rückatmung immer wieder diskutiert wurde. CO2-Rückatmung gilt als ein Risikofaktor beim plötzlichen Kindstod. Jim Sprott, der neuseeländische Chemiker und gleichzeitig Entwickler der Matratzenhüllen, hält die CO2-Rückatmung auf mit PE-Folie umwickelten Matratzen für ungefährlich, mehr unter Gedanken zur CO2-Rückatmung. Bisher ist in Neuseeland offenbar kein einziges Baby auf nach Sprotts Schätzungen mehr als 100.000 verkauften Matratzen-Hüllen an den Folgen von CO2-Rückatmung oder an SIDS verstorben. Bezugsadressen sowohl für das neuseeländische Produkt als auch für Schweizer Konkurrenz-Produkt BabyGuard® der POLY-FIX AG finden Sie auf http://sids-huellen-bestellen.ideen-rund-ums-kind.de/.
  3. Eine Folie aus reinem Polyethylen (PE) können Sie verwenden, wenn Ihnen die Matratzen-Hülle aus Neuseeland zu teuer oder die Lieferzeit zu lang ist, und wenn Sie auf den dringenden Ratschlag von Sprott nicht hören können oder möchten. Dieser vertritt nämlich die Ansicht, dass eine normale PE-Folie keinen ausreichenden Schutz bietet. Es ist anzunehmen, dass das neuseeländische Produkt andere Eigenschaften bezüglich der Gasdurchlässigkeit besitzt als eine normale PE-Folie. Von dem Schweizer Produkt ist bekannt, dass die Folie mehrschichtig aufgebaut ist, der Hersteller spricht von einem äußerst gasdichten Material. Die Diffusion von Gasen durch eine normale PE-Folie ist relativ hoch [A19]. Ob dies auch für die hier möglicherweise entstehenden giftigen Gase zutrifft, ist mir unbekannt. Denken Sie daran, wie ein mit Helium gefüllter, wasserdichter Luftballon innerhalb weniger Stunden kontinuierlich einen großen Teil des Helium-Gases verliert und nicht mehr fliegt. Etwas ähnliches könnte passieren, wenn Sie das falsche Material als Matratzenauflage verwenden: die Gase könnten mehr oder weniger langsam durchtreten.
    Der Britische Forscher Richardson, der die giftigen Gase entdeckt hat, hat seinerzeit jedoch eine PE-Folie als sicheren Schutz gegen die Gase empfohlen, und ich gehe davon aus, dass eine normale PE-Folie zumindest erheblich besser ist als gar kein Schutz.
    Wenn Sie nun trotz dieser Kontroversen eine PE-Folie verwenden möchten, dann achten Sie bitte unbedingt darauf, dass Sie auf gar keinen Fall PVC-Folie erwischen, es muss reines Polyethylen sein, denn PVC und andere Materialien können beispielsweise in Weichmachern die unbedingt zu vermeidenden Substanzen enthalten. Der Pilz kann in oder auf einer PVC-Folie leben, und so Teile der PVC-Folie in giftige Gase umwandeln. Es sind bereits Babys auf Matratzen verstorben, welche mit PVC-Folie umwickelt waren, bitte nehmen Sie diese Warnung daher sehr ernst! Polyethylen ist mit "PE" gekennzeichnet.
    Die in Neuseeland verwendeten Hüllen sind aus 0,125 mm (ein achtel Millimeter) dickem Polyethylen. Für eine Selbstbau-Lösung ist daher mindestens die gleiche Dicke anzuraten, besser dicker. Die so eingewickelte Matratze verschließen Sie an der Unterseite der Matratze mit Klebeband. Bitte halten Sie das Klebeband von der Oberseite der Matratze fern, denn Sie wissen nicht, welche Substanzen es enthält. An der Unterseite der Matratze bringen Sie Belüftungslöcher an, damit überschüssige Luft aus der Matratze entweichen kann.
    Achten Sie auch unbedingt auf eine sichere Befestigung der Folie, denn wenn Ihr Kind es schafft, die Folie zu lösen und damit zu spielen, dann kann es ersticken. Es gelten zudem dieselben Nachteile und Überlegungen wie unter 2).
    Außerdem sollten Sie wissen, dass die meisten PE-Folien aus Recycling-Material hergestellt werden, und daher nicht garantiert rein sind. Ob dies aus Sicht der giftigen Gase wirklich problematisch oder eher vernachlässigbar ist, kann ich leider nicht beurteilen. Solange dies alles jedoch nicht geklärt ist, muss die Empfehlung lauten, besser eine speziell entwickelte Hülle für die Baby-Matratze zu kaufen, und die PE-Folie nur als Notlösung zu verwenden.
  4. Die Verwendung von reiner Baumwolle als Matratze ist eine weitere Lösung, die - wie ich finde - speziell im Stubenwagen sehr einfach zu praktizieren ist. Eine solche Matratze können Sie sich beispielsweise aus gefalteten Handtüchern selber erstellen. Dr. Sprott empfiehlt oberhalb seiner Matratzenhülle und unterhalb des Babys ausschließlich Baumwolle zu verwenden. Also sollte nichts dagegen sprechen, diese Baumwoll-Schicht so dick zu gestalten, dass man sich dadurch die Matratze samt Hülle komplett spart. Unterstützt wird diese Idee davon, dass die Forscher auch darauf hingewiesen haben, dass in Japan auf Futons (das sind japanische Matratzen aus Baumwolle) praktisch keine Babys am plötzlichen Kindstod sterben. Sicherheitshalber würde ich diese Konstruktion regelmäßig bei 60 Grad waschen (siehe unten). Beachten Sie aber auch, dass es Stimmen gibt, die von dieser Lösung aus ergonomischen Gründen abraten, und dass Sie mit dieser Lösung auch ein erhöhtes Risiko haben, dass sich Ihr Kind die als Matratze dienenden Tücher über den Kopf zieht.

 

Wie das Bett zu machen ist

Zunächst: ich würde jede Art von Bett vermeiden, in dem sich am Boden Gase sammeln können, die schwerer als Luft sind. Z.B. keine Tragetaschen, und auch keine Betten, die ringsherum feste Wände haben, sondern nur Betten, in denen die Luft frei hinein und heraus fließen kann (z.B. Gitterbett, Korb-Material, ...), wenn möglich auch nach unten (z.B. Lattenrost und keine Holzplatte). Sollten Sie irgend etwas übersehen haben, sammeln sich die Gase viel leichter in einem Bett, das wie ein Gefäß gebaut ist. Soviel zur Bauart des Bettes.

Nun zum Bettzeug: es ist ganz wichtig, dass Sie die Hinweise beachten, wie das Bett zu machen ist, das wird von den Vertretern der Gas-Theorie immer wieder betont. Verwenden Sie auf der Matratze bzw. auf der Folie ausschließlich reine Baumwolle ohne chemische Zusätze. Also zum Beispiel Moltontücher oder Handtücher aus 100 % Baumwolle und ohne chemische Zusätze, und auch entsprechende Bettlaken. Dasselbe gilt für den Schlafsack, das schließt auch das Innenleben des Schlafsacks ein.

 

Da die PE-Folie nicht atmungsaktiv ist, Ihr Baby aber auch im Schlaf Feuchtigkeit abgeben wird, sollten Sie unmittelbar auf der Folie eine relativ dicke Lage Baumwolle verwenden, beispielsweise ein dickes Moltontuch, oder Baumwollhandtücher (vielleicht ein großes Badehandtuch). Darüber kommt dann das Baumwoll-Bettlaken.

Dr. Kapuste warnt auf seiner oben genannten Webseite ausdrücklich davor, dass die zu vermeidenden Substanzen nicht nur in zugesetzten Weichmachern und Flammenschutzmitteln enthalten sind, sondern beispielsweise von Natur aus auch in Schafsfell (beispielsweise wenn das Schaf auf vulkanischen Böden geweidet hat), Baumrinde, Kokosfasern und Kapok, und dass auch das Innenleben von beispielsweise Schlafsäcken die zu vermeidenden Substanzen enthalten kann. Dr. Kapuste hat auch ein herkömmliches, in Deutschland kaufbares Moltontuch auf die genannten Substanzen überprüfen lassen. Es enthielt Phosphor-Verbindungen, und war somit eigentlich für ein Babybett ungeeignet, es sei denn, es wird regelmäßig bei 60 Grad gewaschen, um den Pilz abzutöten.

Der neuseeländische Chemiker Dr. Sprott fordert die Eltern auf, auf der Matratze nur reine Baumwolle zu verwenden. Oberhalb des Spannbetttuchs sind laut Sprott zwei Bettlaken anzubringen. Über diesen Bettlaken kann man eine Decke aus reiner Baumwolle oder reiner Wolle anbringen. Das Baby schläft zwischen den beiden Baumwolltüchern. Laut Sprott darf oberhalb der Folie weder Schafsfell verwendet werden, noch ein Matratzenschoner oder eine Matratzenauflage. Keine Decken, die Polyester oder Acryl enthalten, und auch kein Federbett. Keine Decken oder anderes Bettzeug, das irgendwie gefüllt ist, und auch keine Kissen. Auch jede Art von Schlafsack ist laut Sprott nicht erlaubt [A1].

Ich bin überzeugt davon, dass Sprott seine Gründe für diese enormen Einschränkungen hat. Gerade aber das Verbot, einen Schlafsack zu benutzen, kann ich selber nicht so ganz nachvollziehen. Da die meisten Schlafsäcke aber gefüttert sind (mit möglicherweise bedenklichem Material), würde ich größten Wert darauf legen, den Schlafsack regelmäßig bei 60 Grad zu waschen (siehe unten).

 

Waschhinweise

Der Pilz ist nicht in der Lage, einen Waschgang bei 60 Grad zu überleben [A10]. Außerdem benötigt er laut der Forscher einige Wochen Zeit, um sich auszubreiten. So kann man sich auch erklären, warum kaum Babys am plötzlichen Kindstod sterben, die jünger als 4 Wochen sind. Es ist daher sicherlich zu empfehlen, alle im Bett verwendeten Stoffe oberhalb der Matratze/Folie alle zwei Wochen bei 60 Grad zu waschen.

Insbesondere falls Sie sich an irgendeiner Stelle nicht ganz an die Material-Empfehlungen der Forscher halten, oder wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihrer Baumwolle Chemikalien beigemischt sind, sollten Sie wenigstens beim Waschen auf keinen Fall sparen. Achten Sie darauf, dass Sie die betroffenen Materialien immer bei mindestens 60 Grad waschen. Verwenden Sie außerdem zum Waschen möglichst nur reine Seife, auf keinen Fall Weichspüler, weil dieser die zu vermeidenden Substanzen enthalten kann, und Ihre Baumwolltücher dann am Ende doch nicht so ungefährlich sind, wie Sie glauben.

Sofern nicht ausdrücklich anders angegeben, sollten Sie auch alle bei mir im Shop gekauften Bett-Artikel alle zwei Wochen bei 60 Grad waschen, denn bis jetzt ist unbekannt, ob die Artikel die genannten Verbindungen enthalten oder nicht. Manche Artikel, die eigentlich mit niedrigerer Temperatur gewaschen werden sollten, können durch die Wäsche mit 60 Grad etwas schrumpfen, bitte bedenken Sie dies.

 

Dies war meine persönliche Meinung und meine Gedanken, wie man die allgemeinen Empfehlungen zur Minimierung des SIDS-Risikos erweitern sollte. Ich habe diesen Text nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dies ist keine medizinische Beratung, und wenn Sie im Zweifel sind, dann fragen Sie bitte Ihren Kinderarzt oder Ihre Hebamme, und lesen Sie die Informationen des Mediziners Dr. Kapuste unter http://www.ploetzlicher-kindstod.org/. Sie handeln - wie so oft im Leben - auf eigene Verantwortung.

Herzlichen Dank, Ihre Angela Wrobel, Ideen rund ums Kind.

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